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ESP II
Bereits in naher Zukunft wird das heutige ESP mit Bremseingriff zu
einem ESP II mit zusätzlichem Lenkeingriff. Die heute hydraulische
Lenkung wird bei Kleinwagen von der elektro-hydraulischen abgelöst,
die wesentlich einfacher konstruiert ist. Aber auch ihre Ablösung
durch die rein elektrische Lenkung nach 2010 ist
absehbar.
Zukunftsmusik spielt Continental auf seinem OFE-Versuchsfahrzeug mit
Fahrbahn-Reibbeiwert-Erkennung (Online Friction Estimation), das die
Temperatur der Strasse, deren Feuchtigkeit, den Lenkwinkel und die
individuelle Raddrehzahl aufzeichnet. Aus diesen Daten schätzt die
Elektronik den erwarteten Schlupf ab, und sie warnt den Fahrer vor
gefährlicher Glätte. |
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Das Auto der Zukunft
Wenn die Menschheit nicht aufs Auto verzichten will und der
Verkehr im gleichen Tempo zunimmt, braucht es neue Lösungen.
Heute rollen rund 800 Millionen Autos
durch die Welt. Stabilisiert sich die Weltbevölkerung bei 10
Milliarden Menschen, so werden es künftig bis zu 5000 Millionen
Fahrzeuge sein. |
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Die zukünftigen Fahrzeuge sollen also extrem
wenig Kraftstoff verbrauchen. Diesel, Diesel-Hybrid, kleine
Turbo-Motoren und Benzin-Hybride - es gibt viele Möglichkeiten. In
ein paar Jahren wird es dann die Brennstoffzelle mit Elektroantrieb
sein. |
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Intelligenz ist der Treibstoff der Zukunft
Welches Konzept sich
letztendlich durchsetzt ist nicht das Entscheidende. Fest steht jedoch,
dass zukünftige ZEV (Zero Emission Vehicle) nur
durch erhebliche Maßnahmen in der Umweltpolitik und dem Aufbau einer
geeigneten Infrastruktur eine Chance zur Großserienproduktion erhalten.
Das Auto der Zukunft wird über Funk oder mit Radar andere
Verkehrsteilnehmer selbständig erkennen und mit ihnen kommunizieren
können. Es wird den Sicherheitsabstand konstant einhalten, es wird ein
Kind, das unvermittelt auf die Strasse rennt, rechtzeitig erkennen. Der
Lenker wird nur noch einen Joystick in der Hand halten und damit die
nötigsten Befehle wie Bremsen oder Beschleunigen geben.
Die Zeit ist allerdings noch nicht reif für derart "revolutionäre"
Fahrzeuge.
Schritt für Schritt versuchen Wissenschaftler und Autohersteller
gemeinsam, die Antriebssysteme sauberer zu machen und den
Kraftstoffverbrauch zu senken.
Die Anstrengungen sind enorm, denn die Autos dürfen nicht wesentlich
teurer werden und müssen serienmässig herstellbar sein. |
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Wie weiter?
Das Tempo in der Entwicklung von Software ist rasant. Die Entwicklung von Automobilen
ist aber ein etwas länger dauernder Prozess. Zwischen Autoentwicklung,
Fertigstellung und effektivem Verkaufsstart vergehen Jahre. Welche
Softwareversion wird nun vorinstalliert?
Müssen wir in Zukunft jede Woche unser Auto zur Garage bringen um die Software zu patchen?
Software ist nie fehlerfrei! Oder machen wir das lieber über
automatische Updates?
Wer
stellt die Ressourcen zur Verfügung, wer überprüft die Echtheit? Welche Logdaten werden geschrieben und
von wem ausgewertet? |
Nicht
alle Autos verhalten sich gleich
Die Reifenentwickler sind auf breiter Basis insofern gefordert, als
die unterschiedlichen Leistungsparameter der Fahrhilfen auf die
Haftungs- und Führungs-eigenschaften der Pneus einen nicht zu
unterschätzenden Einfluss nehmen.
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Die Erfassung der Daten zur Verarbeitung
und der Korrelierung ist nur eine Frage der Zeit. Bereits
heute werden die einzelnen Komponenten innerhalb der Fahrzeuge vernetzt.
Bei einem Anruf wird automatisch, je nach Einstellung, das Autoradio auf
stumm geschaltet. Zudem können gestohlene Autos, dank GPS, Mobile und
Navigationssystem geortet werden. Die ersten Automobile sind bereits
dazu in der Lage im Internet zu browsen. Auch sind Bestrebungen im
Gange, jedes Auto als Sender und Empfänger von Daten auszurüsten. |
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Somit
könnten die erfassten Daten wie Staumeldungen, Unfallinformationen
oder der Internetzugang etc. ohne grossflächigen Ausbau von Sende- und
Empfangsanlagen entlang den Autostrassen versendet werden. Der
Vernetzungsgrad ist so auf hohem Niveau und beinahe flächendeckend
möglich.
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Hintergrund Telematik: Schöne neue Welt
ar - 19. Juni 2007. „Der Straßenverkehr gehört zu den am meisten
überwachten öffentlichen Räumen“, sagt Dr. Andrea David, beim ADAC
zuständig für Verkehrspolitik und Verbraucherschutz und fährt fort:
„Kaum jemand, der ins Auto steigt und davonfährt, macht sich klar,
welche und wie viele Informationen über ihn gesammelt werden. Tendenz
steigend.“
Verkehrsüberwachungssysteme, Geschwindigkeits- und Abstandsmessanlagen,
elektronische Komfort- und Sicherheitssystemen im Auto,
Datenerfassungsgeräte für Firmen, die elektronisches Flottenmanagement
betreiben, ein Fahrtenschreiber namens Blackbox für den Lkw und als
Nonplusultra die Mautkontrollsysteme. Wer weiß schon, was alles im
Inneren dieser bedrohlich wirkenden Gerätebrücken über der Autobahn
aufgezeichnet wird? Bei solchen Tatsachen (oder Aussichten) ist es kaum
zu glauben, dass es Experten gibt, die nicht nur keine Berührungsängste
mit „Big Brother“ haben sondern in einer totalen „Vermautung“ eine
umfassende Lösung für mannigfache Verkehrsprobleme sehen.
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Dr.- Ing. Hans Hubschneider,
Vorstandsvorsitzender der PTV AG in Karlsruhe, hat gute Gründe, sich
das vorstellen zu können. Denn eine flächendeckende Aufzeichnung der
Verkehrsströme könnte endlich schaffen, was bis jetzt nur sporadisch
funktioniert, den Verkehr nämlich so zu steuern, dass er die Straßen
optimal ausfüllt. Die Realität von 2007: wenn nur genug
Verkehrsteilnehmer von ihrem Navigationsgerät oder anderen Diensten
von der Autobahn runter geschickt werden, nehmen sie den Stau auf
die Ausweichstrecke mit.
Doch es wird noch dauern, bis wir uns im staufreien
Informationsparadies bewegen können. Denn beispielsweise sind
derzeit Kartenmaterial und Software fest eingebauter
Navigationsgeräte bereits veraltet, wenn sie im Auto eingesetzt
werden. Mobile Geräte können das besser, weil sie kurze
Entwicklungszeiten haben. Doch: Muss diese Technologie überhaupt im
Auto vorhanden sein? Sollte sie nicht besser Online abgerufen werden
statt „onboard“ vor sich hin zu altern? |
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„Kommunikation“ beschränkt sich
aktuell beim Navigerät auf TMC-Verkehrsmeldungen. Die
Online-Kommunikation über Bluetooth-Anbindung ist bisher nicht
wirklich erfolgreich. Der Festeinbau war und ist teuer, wird aber
trotzdem seinen Weg machen. Wie beim Internet wird es für die
Datenkommunikation Flatrates geben. Die Blackbox, die bereits beim
Lkw da ist, wird auch in den Pkw wandern, und sie wird neue
Möglichkeiten eröffnen.
Beispiel: Eine Fahrt von Aurich nach Passau ist geplant. Die
Telematik-Intelligenz, die aus vielen Informationsquellen gespeist
wird, schickt den Fahrer zum richtigen Zeitpunkt (nämlich keineswegs
morgens um halb acht auf den Kölner Autobahnring), los, meldet
unterwegs alle Staus, schlägt intelligente Umwege vor und weist auf
die richtige Raststätte hin (die nicht überfüllt ist). Auf dem
Bildschirm erscheinen derweil touristische Ziele in Auswahl oder die
günstigste Tankstelle in der Nähe. Wenn der Fahrer dann alles weiß,
bereitet das Gerät schon mal die Rückreise in einer Woche vor. Es
weiß natürlich, dass zu diesem Zeitpunkt der Raum Stuttgart wegen
des Volksfests Cannstatter Wasens überlaufen ist.
Wer soll das bezahlen und vor allem wie? Kein Problem, weil nämlich
der Mautcomputer immer weiß, wo Sie sind und was für Leistungen Sie
in Anspruch genommen haben. Nach Ende der Fahrt wird
zusammengerechnet und automatisch mit der Telematik SIM-Karte
bezahlt, die auch das Mobiltelefon abdeckt. Dieses ist, wie wir alle
wissen, längst zum tragbaren Informationspeicher, Video und TV
geworden, mit dem man auch telefonieren und seine E-Mails bearbeiten
kann.
Maut für Pkw ist heute noch ein Unwort. Wird sie kommen? Ja, sagen
die Experten, ob wir es mögen oder nicht, wir müssen mit
Straßenbenutzungsgebühren und angepassten Versicherungstarifen
rechnen. Die Blackbox ist der Datenlieferant: Sie weiß wo, wann und
wie schnell wir unterwegs sind.
Das ist durchaus nicht immer als bedrohlich zu empfinden, sondern
hin und wieder eher als wünschenswert. Es gibt viele junge
Autofahrer, die sich sehr wohl und gerne diszipliniert verhalten
wollen und dafür eben auch gern einen Bonus hätten. Die eine oder
andere Versicherungsanstalt bereitet sich hierauf schon vor: 1. auf
die Versicherung „wohin Du fährst“, also nur versichert auf der
gefahrenen Strecke (was schon deshalb sinnvoll ist, weil das Auto in
der eigenen Garage keinen Haftpflicht-Versicherungsschutz braucht)
und 2. „ zahle, wie Du fährst”.
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Da muss der junge Fahrer seine
Blackbox aufmachen für sachliche Fragen der Versicherung nach
Geschwindigkeitsübertretungen, Raserei (definiert über die Formel 25
Prozent über Limit oder Empfehlung), Kavalierstartverhalten und
mehr. Benimmt sich der Fahrer korrekt, erhält er von der
Versicherung einen Bonus, hat die Versicherung Grund zur
berechtigten Kritik, gibt’s einen Malus.
Doch eines ist unumstößliche Grundbedingung: nämlich aktuelle
Karten. Die neue Straße muss bekannt sein. Höchstgeschwindigkeiten
müssen aktuell und vollständig sein und die aktuellen Baustellen,
Tankstellenöffnungszeiten, Parkhäuser hätten wir doch auch gerne und
zwar schnellstens.
Neue Kartentechnologien schaffen die Voraussetzungen. 10 000
Quadratkilometer müssen nicht erneuert werden, wenn eine einzige
Straße neu gebaut wird. Die von PTV entwickelte: „Scalable Map
Architecture“ hat die Welt in viele kleine Kacheln geteilt, und beim
Update werden nur die betroffenen Kacheln ausgetauscht. Das Ersetzen
der gesamten Karte entfällt. So ist das Update auch per Mobilfunk
möglich.
Es wäre schön, wenn wir, wie ein Schiff in Meeresströmungen, im
Verkehr schwimmen könnten. Dazu müsste die Auto-Navigation den
kompletten Verkehr kennen. Das Navigationssystem würde zum
Informationssystem über die Verkehrslage. So etwas gibt es schon bei
PTV, nämlich „Validate“, das weltgrößte Verkehrsmodell. Es kennt für
jede Hauptstrasse, an jedem Wochentag, zu jeder Stunde die
Verkehrsmenge, Geschwindigkeiten und Fahrzeiten und den
Verkehrszustand. In Deutschland sind bereits aufgenommen: mehr als
1,4 Mio. Strecken, 7000 Verkehrszellen, 21 Nutzergruppen und neun
Reisezwecke.
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Zuhause am PC kann man sich in Kontakt mit
dem Navigerät über Ziele, Verkehrsmittel, Route und Abfahrtszeitpunkt
informieren. Schöne Urlaubsrouten werden von der „Community“ gesammelt
und zugänglich gemacht. Aber auch die tägliche Fahrt wird einfacher,
wenn mich „Traffic Alert“ vor dem Stau auf der Haus-Strecke warnt und
die Ausweichroute gleich ins Navi lädt.
Für Geschäftsreisen: Das Außendienst-Planungssystem kann seine Route
direkt ins Fahrzeug schicken. Oder der Außendienstler macht sich selbst
seinen Plan, und sein Terminmanager schlägt ihm gleich die zu fahrende
Route vor, die auch Umwege zu anderen Kunden integriert, falls genügend
(zuviel?) Zeit zwischen einzelnen Terminen liegt. Das System fragt den
Außendienstmann, ob er nicht bei diesen Kunden auch gleich noch mal
vorsprechen will!
Im Güterverkehr: Die Fahrer von Lkw haben besondere Anforderungen an die
Qualität der Navigation. Auf allen Routen abseits der Autobahnen und
Bundesstraßen und auf ein paar wenigen dieser vorrangigen Strecken haben
normale Laster Probleme mit Brücken, deren Durchfahrtshöhen niedriger
sind als 4,00 m. Autotransporter müssen eben 4,08 oder ähnlich hoch
laden können, weil sonst keine zwei Mercedes B-Klasse oder Audi Q7
übereinander transportiert werden können). Und wer immer schon einen
Sattelzug vor der zu niedrigen Brücke hat wenden sehen, weiß, wie
verzweifelt Lkw-Fahrer oft sein können. Da ist die durchgängige
Kommunikation besonders wichtig.
Für den Lieferverkehr: Alle Adressen für den Lieferdienst in der
richtige Reihenfolge laufen aus dem Speditionsprogramm beim Disponenten
auf dem Schreibtisch gleich ins Navi. Mit Abladereihenfolge und
Routenoptimierung – oft sogar mit Anpassung an die Ladezeit-Fenster an
den Be- und Entladestellen einer Route. Da spart der Fahrer sogar Zeit,
wenn er eine Viertelstunde Umweg fahren muss.
So unheimlich „Big Brother“ auch anmuten kann; so unbeliebt der „gläserene
Fahrer“ bei allen beruflichen Kraftfahrern ist, soviel Komfort kann
intelligente Telematik ermöglichen, soviel Sicherheit kann sie geben,
weil Fahrer nicht mehr hektisch und unkonzentriert nach Abzweigungen
suchen müssen, Straßennamen erkennen und Hausnummern finden müssen. Mit
der Navigation der Zukunft wird gefunden. Jede Adresse, überall. Und
rechtzeitig erreicht.
Von Uwe Gabler Auto-Reporter |
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