CHRYSLER USA
Chrysler USA hat eine ebenso lange Tradition
vorzuweisen wie der deutsche Partner Daimler-Benz, der 1926 aus der Fusion Daimler und Benz hervorging.

Walter P. Chrysler war wohl einer der ersten modernen Turnaround-Manager überhaupt. Er rettete mehrere Autofirmen vor dem Konkurs und formte 1926 aus der maroden Firma Maxwell-Chalmers
seine Chrysler Corporation mit Sitz in Detroit.

Walter P. Chrysler, geboren am 20 April 1875, als Sohn eines Eisenbahn-Ingenieurs der Union-Pacific.
Mit 17 Jahren baute er das funktionstüchtige Modell einer Dampflokomotive; im gleichen Jahr noch begann er eine Lehre als Lokomotivschlosser.
 

1899 bekam er seinen Meisterbrief und seinen ersten Job bei der Santa Fe Railroad.

1908 war er bereits für den gesamten Maschinenpark der Chicago Great Western Railway verantwortlich.
 

1924. Walter Percy Chrysler mit dem ersten Wagen, der seinen Namen trägt.
Geschaffen wurde er von den Herren Breer, Zeder und Skelton, dem führenden amerikanischen Konstruktionsbüro jener Zeit.

Auf einer Automobilausstellung in Chicago entdeckte er einen schneeweissen Locomobil Phaeton. Chrysler erwarb das Auto, zerlegte es und baute es wieder zusammen.
Für ihn war klar: "Das ist das Verkehrsmittel der Zukunft".

1912 wurde er technischer Leiter bei der General Motors Tochter Buick. Chrysler führte die Fliessbandfertigung ein und steigerte die Tagesproduktion von 45 auf 200 Fahrzeuge.

1915 wurde der ehemalige Lokomotivschlosser Präsident und Generalmanager der Buick-Division.

1919 avancierte er zum GM-Vizepräsidenten. Als solcher verhinderte er den Einstieg bei Citroen. Den Versuch seines Arbeitgebers, als Reaktion auf die Erfolge von Ford, eine eigene Traktorfertigung aufzuziehen, konnte er nicht verhindern. Es kam zu
einem als historisch bezeichnetem  Krach mit dem
GM-Gründer William Durant.

1920 verliess Chrysler General-Motors. Banken engagierten den zum Top-Manager avancierten Chrysler zur Rettung von
Willys-Overland - gegründet 1909 von John North Willys. Im gleichen Jahr hatte Willys auch die seit 1903 bestehende Automarke Overland übernommen.
Weltweit bekannt wurde die Firma Willys-Overland
nach 1940, mit dem von ihr gebauten Soldatenauto JEEP.

Die Marke Willys-Overland war zwischen 1912 und 1918 die Nummer zwei unter den amerikanischen Automobilbauern, steckte nun aber in der Krise und hatte einen Schuldenberg von über 32 Millionen Dollar.

Chrysler wurde für zwei Jahre verpflichtet. Sein Jahresgehalt: Eine Million Dollar.
- 1395 Dollar kostete 1924 der Chrysler Six.

Zwei Jahr später hatte Chrysler den Schuldenberg auf 18 Millionen verringert. Die Banken beschlossen ihren
Anteil zu veräussern.


 

  Zu Willys-Overland gehörte auch ein modernes Motorenwerk in New Jersey. Dort war im Januar 1921 der Prototyp eines neuen Sechszylinders gezeigt worden. Chrysler zeigte Interesse an dem Fahrzeug. Gekauft wurde es aber von GM-Gründer William Durant. Durant besass das Auto, das Wissen jedoch, seine Schöpfer, die Herren Carl Breer, Fred Zeder und Owen Skelton.

Chrysler, der zwischenzeitlich von den Banken in den Vorstand von Maxwell, Autohersteller seit 1904, berufen worden war, verpflichtete die Herren Carl Breer, Fred Zeder und Owen Skelton.

Maxwell und Chalmers hatten schon 1917 fusioniert. Mit dem Vierzylinder-Maxwell liess sich Geld verdienen. Chalmers' Sechszylinder hingegen wurde 1923 aus dem Programm genommen. Der Markenname Chalmers erlosch.

Ihn ersetzte der ursprünglich für Willys-Overland entwickelte Sechszylinder - es war die Geburtsstunde des ersten Chrysler SIX, der am 5. Januar 1924 im Foyer des New Yorker Commodore Hotels präsentiert wurde.

32'000 Exemplare des Chrysler SIX konnten im ersten Produktionsjahr verkauft werden - ein neuer Rekord - der 1926 von Pontiac, 1928 von Graham-Paige und 1929 von der Chrysler Tochter DeSoto übertroffen wurde.

Am 6. Juni 1925 wird die Chrysler Corporation offiziell gegründet. Chrysler führt die Maxwell Fahrzeuge weiter im Programm unter eigenem Namen. Zu diesem Zeitpunkt erlosch die Firma Maxwell.

Die Produktion von Automobilen wurde bei Chrysler zunächst im Werk Delaware aufgenommen. In Detroit wurden anfangs nur die bald weltbekannten Chrysler-Bootsmotoren gefertigt.

1927 produzierte man bei Chrysler bereits rund 182'000 Automobile und 1928 erweiterte Chrysler sein Imperium. 1928 kaufte Chrysler die Dodge Brothers Company auf. Gleichzeitig schuf Chrysler zwei neue Markennamen: DeSoto und Plymouth.

Abb. DeSoto 1929

Bereits wenige Jahre nach Firmengründung zählt Chrysler zu den "Big Three", den drei
größten amerikanischen Automobilherstellern.

Während der Weltwirtschaftskrise ging es auch mit Chrysler erst einmal bergab. Die Jahresproduktion sank 1930 auf 60.000 Einheiten, brach 1931 noch weiter ein und halbierte sich bis 1934 auf eine Jahresproduktion von 30.000 Fahrzeugen.

Erst 1937 erreichte Chrysler wieder jährliche Stückzahlen von über 100.000 Autos.

Am 18. August 1940 verstarb Walter P. Chrysler.
An ihn und seine Automobile erinnert heute das
Walter P. Chrysler Museum in Michigan mehr...
 

  Während des Zweiten Weltkrieges hatte die Produktion von PKW keine große Bedeutung. Hergestellt wurden Geschütze und der Shermann Panzer.

Die Automobilproduktion lief erst nach Kriegsende 1944/45 wieder an, konnte aber
in den folgenden Jahren kontinuierlich gesteigert werden.


In Europa war Chrysler bis Ende der 80er Jahre praktisch nicht existent. Dass die französische Firma Simca und einige britische Marken zu dem US-Giganten gehörten, war weitgehend unbekannt.
     

 

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