1970 brachte das Ende der Kaiser-Ära. Edgar Kaiser, zu der Zeit Vorstandsvorsitzender der Kaiser-Gruppe, setzte neue Prioritäten und
konzentrierte sich auf Bergwerke, Aluminium, Chemie und Bau.
Der Verkauf von Jeep war eine der Möglichkeiten, sich verstärkt auf das Kerngeschäft zu beschränken. Ein Verkauf an die "Grossen Drei"
schien aussichtslos, denn jede der Firmen hatte eigene Allradfahrzeuge und Trucks
im Programm.
Da betrat die American Motors Corporation (AMC) die Bühne. Seit
vielen Jahren hatte die Firma 1968/69 erstmals wieder Gewinne eingefahren. Und AMC hatte weder Trucks noch Allradfahrzeuge in ihrem
Programm.
Die beiden Unternehmen erarbeiteten ein Modell, nach dem AMC Jeep
kaufte. Ein Teil wurde bar bezahlt, ein Teil in Form von Aktien.
Kaiser erhielt dadurch eine Geldspritze
und mit seinem Aktienanteil die Möglichkeit, jederzeit wieder im
Automobilgewerbe tätig werden zu können. Die Kaiser-Group hielt 22 Prozent der
Stammaktien von AMC und war damit
der grösste Aktionär.
Der AMC Konzern hatte seine Anfänge in den 50er Jahren, als sich unter
dem Druck der grossen drei Firmen (Ford, GM, Chrysler) Studebaker,
Nash, Rambler und Hudson zu einer Fusion gezwungen sahen. 1966 wurde die
Firma, die unter dem Namen Rambler geführt wurde, in AMC umbenannt.
Es
war eine Sammelbezeichnung für den bescheidenen Rest einer ganzen Reihe
von ehemals geschätzten US-Automobilproduzenten.
Als erstes beschloss das AMC-Management die Militärfahrzeugproduktion des Jeep auszugliedern. Die zu diesem Zweck neu formierte
Abteilung erhielt den Namen: AM General.
Sie ist auch heute noch -
nach der Auflösung von AMC - als eigenständige Firma aktiv. Der im
Golfkrieg eingesetzte "Hummer" stammt z.B. aus dieser
Produktion.
Die Fusion führte langsam aber sicher zu grossen Änderungen.
Eine
klarere Modellpalette war ja mehr als überfällig. Kaiser hatte noch im
Jahr 1969 das Angebot auf 20 Modelle reduziert, drei Jahre davor waren
es noch 48 Modelle, 1963 sogar 76 (ohne Wagoneers und Sedan Delivery) gewesen.
Die AMC-Konstrukteure überarbeiteten die gesamte Jeep-Palette.
Der Name
Gladiator verschwand, sämtliche LKW oder Trucks bekamen die Bezeichnung
"J". |
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Im ersten Produktionsjahr änderte
sich für den Jeep nicht viel. Einzig der Perkins-Diesel stand nicht mehr im Angebot.
1972 kam dann der Renegade II mit einem zusätzlichen
Ausstattungspaket auf der Basis des CJ-5 zum Zug. Auffällige
Lackierung, Breitreifen, verchromte Teile usw.
Der Trend war klar erkennbar. Weg vom spartanisch ausgerüsteten
Nutzfahrzeug hin zum freizeitorientierten Fahrzeug.
Ab Jahrgang 1973 wurden dann Motoren von AMC eingebaut.
Ein 3,8-Liter-Sechszylinder mit
100 PS, ein 4.2-Liter-Sechszylinder mit 110 PS und ebenso der erste
V8, ein 5,0 Liter mit 150 PS.
Ebenfalls wurde zum erstenmal eine Servolenkung angeboten.
Auch der Renegade wurde mit dem 5.0 Liter Motor aufgewertet. Dazu kam
das Trac-Loc-Sperrdifferential sowie eine Serienmässige Rücksitzbank. Die musste
bis dahin immer separat geordert
werden.
1975 wurde der Renegade mit einer zusätzlichen Package aufgewertet.
Die Levi`s Package.
Hier war das
Interieur im Jeans-Stil gestaltet.
Zum erstenmal war es auch mög-lich ein Radio ab Werk einbauen zu
lassen.
Ausserdem erhielten alle CJs einen Zweiwege-Katalysator.
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1976 wurde dem
CJ eine neue, noch verwindungsfestere Rahmenkonstruktion beschert.
Ebenso neue Stossdämpfer und Achsaufhängungen. Ab 1977 gab es
auf Wunsch vordere Scheibenbremsen mit oder ohne Bremskraftverstärkung
sowie eine Klimaanlage.
Stärker, komfortabler; der Trend war klar. Neu hinzu kam die "Golden Eagle" Ausstattungsvariante. Sie war ähnlich der Renegade Package, nur noch etwas
plüschiger und die Motorhaube zierte ein goldener Adler.
Infolge verschärfter Abgasnormen sank 1979 die Leistung des V8 5.0 Lauf 130 PS.
Die des 4.2 L Sechszylinders blieb erhalten. Der 3.8 L wurde ersatzlos gestrichen.
1980 wurde ein 2.5 L Vierzylinder zum Basismotor aller CJs. Der Motor stammte von GM und leistete 82 PS. Alle Modelle wurden jetzt serienmässig mit einem Viergang-Getriebe ausgerüstet.
Und nochmals gab
es eine neue Luxusvariante. Der Laredo. Unter anderem mit Teppichboden,
lederbezogenem Lenkrad und wegklappbarem Reserverad.
Die Ausstattungsvariante "Golden Eagle" wurde in diesem Jahr
zum letzten mal produziert. |