29. April 2010 - Als Plagiat wird er weiterleben - HUMMER auf der "Auto China 2010"

Überraschend war die Präsenz von Hummer. Die Chinesen haben schon länger Interesse am Kauf der legendären Geländewagenmarke bekundet. Eine Übernahme durch den Baumaschinenhersteller Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery Corperation war aber zuletzt im Februar 2010 gescheitert. Daraufhin hatte General Motors angekündigt, die Marke abzuwickeln.

Doch wie schon im Fall von Saab gibt es immer wieder neue Wendungen. GM hatte wenige Tage nach dem geplatzten China-Geschäft Hummer plötzlich noch eine Gnadenfrist von zwei Monaten gegeben. Die läuft in diesen Tagen ab.



25. Februar 2010 - Verkauf gescheitert:   Keine Zukunft für GMs Hummer

General Motors wird mit der „geordneten Abwicklung“ der Geländewagen-Tochter Hummer beginnen. Vorangegangen waren gescheiterte Verhandlungen über den Verkauf der Marke an den chinesischen Maschinenbauer Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery. Das chinesische Unternehmen sei nicht dazu in der Lage gewesen, die Akquisition von Hummer abzuschließen, hieß es in der Begründung des amerikanischen Konzerns. Es sei nicht möglich gewesen, innerhalb des vereinbarten Zeitrahmens die Zustimmung der chinesischen Behörden für die Transaktion zu bekommen.

„Wir beginnen mit der Abwicklung der Marke, was mehrere Monate in Anspruch nehmen wird“, sagte Hummer-Sprecher Nick Richards. „Sollten sich während dieser Zeit machbare Alternativen für einen Teil oder die ganze Marke ergeben, werden wir diese in Erwägung ziehen.“ Die chinesische Regierung habe angedeutet, dass sie ihre Zustimmung zu der Übernahme nicht geben werde, erklärten drei mit den Beratungen vertraute Personen, die nicht namentlich genannt werden wollten.

Nach Medienberichten sperrte sich die chinesische Regierung, weil die spritdurstigen Hummer-Geländewagen das Ziel torpedieren würden, die Umweltverschmutzung zu senken. Wang Chao, der stellvertretende Handelsminister des Landes, wies dies jedoch zurück und sagte am Mittwoch, dass China die Offerte nicht blockiert habe.

GM und Tengzhong, ein Privatunternehmen, das im Straßenbau, Hochbau und der Ausrüstung für die Energieindustrie tätig ist, hatten im Juni eine Absichtserklärung über den Verkauf der Marke unterzeichnet. Tengzhong wollte für den PS-starken Geländewagen eine neue Käuferschicht in China erschließen. Die finanziellen Details des Hummer-Verkaufs sollten später in Verhandlungen geklärt werden. Ein Kaufpreis wurde dementsprechend nicht mitgeteilt.

GM hatte lange nach einem Käufer für Hummer gesucht. Der Verkauf der spritfressenden Großfahrzeuge war 2008 um 51 Prozent eingebrochen, mehr als bei jeder anderen Marke in den Vereinigten Staaten. An dem aus dem Militärfahrzeug Humvee hervorgegangenen Auto scheiden sich die Geister: Gegner sehen es als Inbegriff sinnloser Verschwendung, Fans schätzen seine PS-starke Geländegängigkeit.


Januar 2010 - Am 19. Januar 2010 stellte General Motors (GM) die Produktion des Geländewagens Hummer ein

Es stehen noch genug Fahrzeuge auf Halde, um den Bedarf des Handels abzudecken, bis das chinesische Unternehmen Sichuan Tengzhong Heavy Industrial Machinery Corp Hummer samt Marke und Technologie übernimmt.

Der Hummer-Verkauf an die Chinesen war 2009 besiegelt worden und soll Anfang dieses Jahres abgewickelt werden. Ob das Ende des Hummer unter GM-Ägide Einfluss auf die Zahl der Mitarbeiter des Werkes in Shreveport haben wird, steht offenbar noch nicht fest. Neben dem Hummer werden dort auch GMC-Pickups gebaut. Die Belegschaft wurde im vergangenen Jahr von rund 3000 auf 700 reduziert.

10. Oktober 2009 - Hummer geht an Chinesen

Der Verkauf der US-Geländewagen-Marke Hummer ist nach monatelangen Verhandlungen besiegelt. Die Tochter des angeschlagenen Autoriesen General Motors geht nach China.

Die Vereinbarung mit dem Spezialmaschinen-Hersteller Sichuan Tengzhong stehe, teilte der bisherige Besitzer am Freitag in Detroit mit. Damit übernehmen Chinesen zum ersten Mal eine westliche Automarke. Noch fehlt allerdings das Okay der amerikanischen und chinesischen Kartellwächter.

Über den Preis schwiegen sich beide Seiten aus. Zwischenzeitlich war von 150 Millionen US-Dollar die Rede gewesen. Dafür bekommen die Chinesen die Markenrechte, die Baupläne für die Modelle und Zugriff auf das Vertriebsnetz. Eine Fabrik fehlt indes. Bis mindestens Mitte 2011 werden die überdimensionalen Geländewagen deshalb noch in den Werkshallen von General Motors produziert, möglicherweise auch ein Jahr länger. Das sichere 3.000 Arbeitsplätze, hieß es.

General Motors war durch die eigene Insolvenz gezwungen, sich von Töchtern zu trennen. Das hatte der Staat zur Auflage für milliardenschwere Hilfen gemacht. Bereits Anfang Juni wurde daraufhin der Verkauf von Hummer verkündet. Denn seitdem auch in Nordamerika die Spritpreise kräftig angezogen haben, ist der Verkauf der schweren Wagen drastisch eingebrochen. Die Wirtschaftskrise tat ihr Übriges.

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General Motors lanciert das kriegserprobte Militärfahrzeug Hummer H2 für den zivilen Markt. Die Namensrechte sind zwischenzeitlich von GM erworben worden. GM will den Hummer II als Zivilversion ab 80'000 - 150'000 SFr. auf den Markt bringen.

Mit seinen Plänen hofft GM, die Erfolgsgeschichte des Jeep reproduzieren zu können  

So wie sich der Ur-Geländewagen vom weltkriegserprobten General Purpose Vehicle - abgekürzt GP - der US-Streitkräfte herleitet, ist der Hummer zunächst ein Militärfahrzeug. Entwickelt wurde das High Mobility Multi-Purpose Wheeled Vehicle (HMMWV), dessen Kürzel «Humvee» ausgesprochen wird, ab 1979 von AM General, einer Spezialfabrik für Militärlaster. Er ersetzt in der US-Army die M-151 Reihe, den M.U.T.T

American Motors Corporation - AMC

Der AMC Konzern hatte seine Anfänge in den 50er Jahren, als sich unter dem Druck der grossen drei Firmen (Ford, GM, Chrysler)  Studebaker, Nash, Rambler und Hudson zu einer Fusion gezwungen sahen. 1966 wurde die Firma, die unter dem Namen Rambler geführt wurde, in AMC umbenannt. Es war eine Sammelbezeichnung für den bescheidenen Rest einer ganzen Reihe von ehemals geschätzten US-Automobilproduzenten.

Im Jahre 1970 übernahm American Motors Corporation (AMC) JEEP von der Kaiser-Group.
Als erstes beschloss das AMC-Management die Militärfahrzeugproduktion des Jeep auszugliedern.  Die zu diesem Zweck neu formierte Abteilung erhielt den Namen: AM General.
Die Gesellschaft wird 1992 von Ira L. Rennert in einem Insolvenzverfahren für 133 Millionen Dollar übernommen.

2004 steht der Hummer-Hersteller AM General Corporation wieder vor dem Verkauf.
Der bekannte amerikanische Investor Ronald A. Perelman will die Kontrolle beim Auto- und Militärfahrzeughersteller AM General Corp. übernehmen.
Der Kaufpreis soll 930 Million Dollar (756 Millionen Euro) betragen, berichtete die "New York Times" am Dienstag (10.8.04). Rennert wird nach Angaben der Zeitung eine Beteiligung an AM General behalten. Das Pentagon ist nach wie vor der größte Auftraggeber von AM General.
 
- Die Kaiser Jeep Corporation hatte noch 1967 eine Abteilung gegründet, die sich ausschliesslich
der Erforschung, Entwicklung und Herstellung von Fahrzeugen im Auftrag der Regierung widmete: Die Defense and Government Products Division. Sie gilt als die direkte Vorgänger-Organisation von AM General.

AM General baut das Fahrzeug in Mishawaka, Indiana. Seit dem Beginn der Produktion des HMMWV im Jahre 1985 hat die Firma über 150'000 Exemplare des vielseitigen 4-Rad-Antriebsfahrzeuges an die US-Streitkräfte und an mehr als 30 befreundete Staaten geliefert.

 

         
     

         
     

         
      Das Echo auf den H2-Prototypen, den General Motors im Frühling 2000 an der Auto Show in Detroit zeigte, sei «überwältigend» gewesen, berichtete GM-Sprecherin Heather Hall. Der Spatenstich für die H2-Fabrik in Indiana habe zwar erst stattgefunden, sagte Hall, aber «schon jetzt rufen uns Leute an und fragen, ob es eine Warteliste gebe». Marktkenner deuten die Begeisterung für den Hummer als Zeichen dafür, dass Amerikas Liebesaffäre mit schweren Geländewagen, so genannten Sport Utility Vehicles (SUV), noch lange nicht vorüber ist - sehr zum Missfallen von Verkehrspsychologen, Sicherheitsexperten und Umweltschützern.

Der zivile Original-Hummer ist bis auf die Karosserie und die Innenausstattung mit der Militärausführung technisch identisch. Ganz im Gegensatz zum H2. Im Militär-Hummer befindet sich der Motor zwischen Fahrer und Beifahrer. Beim H2 ist der Motor - ein Vortec V8-Benziner mit 330 PS und sechs Litern Hubraum - vorne eingebaut. Die Kühlerhaube wurde dadurch länger aber auch weniger steil abfallend gegenüber dem Militär-Hummer. Er basiert technisch auf dem Chevrolet Silverado Fullsize Pick-Up.

Die aufwändige Radaufhängung des Original-Hummer mit ausladenden Doppel-Querlenkern und Schraubenfedern hinten und vorne, wurde durch herkömmliche Dana-Achsen ersetzt. Vorne Einzelradaufhängung mit Torsionsstäben, hinten Starrachse mit Längslenkern und Schraubenfedern. Das Drehmoment verteilt sich dank einem elektronisch gesteuerten Bremssystem auf die Räder mit der jeweils grössten Traktion, ähnlich wie bei der Mercedes M-Klasse.

- Es hat sich gezeigt, dass das im original Militär-Hummer verwendete System
(Torsen-Sperrdifferenziale) doch mehrere Uebungsstunden voraussetzt, um gleichzeitig mit dem linken Fuss die Bremse und mit dem rechten Fuss das Gas zu betätigen. Das in der Zivilversion verwendete TT4 arbeitet automatisch und absolut zuverlässig. Die Wagenbreite von knapp 220 cm des Militär-Hummers wurde für den H2 um 20 cm reduziert. Obwohl gerade diese 220 cm Breite, verbunden mit der geringen Höhe von 190 cm, es erst ermöglichen, das Fahrzeug einen 40 Grad Hügel quer zu fahren. -

Beim Topmodell kann der Reifendruck während der Fahrt vom Armaturenbrett an die jeweilige Bodenbeschaffenheit angepasst werden. Mit seinem extrem untersetzten Geländegang klettert der Hummer Steigungen von 60 Grad hinauf und «nimmt» vertikale Hindernisse von bis zu 56 Zentimeter Höhe.

Die Böschungswinkel - vorne 72°, hinten 37,5° - sprechen für sich. Wenn ein Rad meterhoch in der Luft, das diagonal gegenüberliegende im Schlamm leer dreht, bringt ein kurzes Antippen der Bremse die Torsen-Sperrdifferenziale zum Einrasten und weiter geht die Fahrt (AM-Hummer). Gegenüber der Militärversion verfeinert wurde indes die Innenausstattung - Käufer wie Arnold Schwarzenegger, Mike Tyson und der Rapper Coolio sollen sich darin wohl fühlen.

GM plant darüber hinaus mit noch kleineren Modellen H3 und H4 eine ganze
Modellpalette in Konkurrenz zu den Jeep-Modellen. Mit vorne quer eingebautem Motor soll der Innenraum besser nutzbar gemacht werden.

Der H2 SUT (Sport Utility Truck) verfügt, im Unterschied zum gelben H2 SUV, über eine offene kurze Pick-up ähnliche Ladefläche, die mit Hilfe des "Midgates", in eine grosse Ladefläche umgewandelt werden kann. Er soll 2004 in Produktion gehen.
         
      Hummer H1 Hardtop: 60 Prozent Steigfähigkeit 
         
      Abmessungen: 4,69 m x 2,2 m x 1,9 m 
Gewicht: 3159 kg; 
Nutzlast: 1769 kg
Bodenfreiheit: 40,6 cm;
Steigung: 60%;
seitl. Neigung: 40%; 
Wattiefe: 76 cm
Motor: 6,5 l V8 Turbodiesel; 
Leistung: 195 PS (145 kW) bei 3400 U/m

         
      Treibstoffverbrauch: 14-18 l/100 km 
Getriebe: 4-Gang Automatik, permanent 4WD mit schaltbarem Reduktionsgetriebe und Sperrdifferenzial
Bremsen: ABS mit 4 innenmontierten Scheiben von 266 mm Durchmesser 
Standardausrüstung: Klimaanlage, Radio/Kassettenspieler, elektrische Fensterheber, Zentralverriegelung, elektrisch betätigtes Softtop

Optionen: Zentrales Pneudrucksystem, beheizte Windschutzscheibe, Monsoon-Audiosystem mit CD-Player, GPS-Navigationssystem OnStar, DVD-Video, Infrarot-
Nachtsichtsystem, Anschluss für Laptop und Mobiltelefon mit Freisprecheinrichtung,
Winde mit 5440 kp Zugkraft 
Runflat Tire System (fährt 32 km mit flachen Reifen)
         
      Bereits in den Jahren 1941-45 wurden
vom Serienjeep Halbraupen- und
Vollraupenfahrzeuge hergestellt.
Jeep Spezialfahrzeuge
mehr...
         
     

Für tief verschneite
Einsatzräume, oder besonders stark durchschnittenes Gelände, sowie zur Verwendung als Kleinpanzer vorgesehen.
Hummer mit Raupen von Mattracks.

     


Die zivile Variante des Hummer I.
Sie wurde vom Militärfahrzeug-
hersteller AM General gebaut.



Bild links: Cockpit Hummer I

 
       
     

 

       
      Hier werden die hervorragenden Fähigkeiten des Hummer 1 demonstriert.
       
     
       
      Sept. 04  Die General Motors Corp (GM), Detroit, wird die Produktion ihres Geländewagens "H2 Hummer" zurückfahren. Das zivile Modell des Geländewagens stellt die AM General Corp für GM her. Der Verkauf des schweren Hummer H2 ist in den ersten sieben Monaten dieses Jahr nach mehrjährigem Höhenflug um 22 Prozent gefallen.
Die zweite Produktionsschicht des Fahrzeugs soll am 25. Oktober 04 eingestellt werden, sagte Lee Woodward, Sprecher bei AM General.  Die betroffenen Arbeiter sollen in der ersten Schicht oder in einem benachbarten Werk eingesetzt werden, wo die Fahrzeuge "Humvees" für das Militär produziert werden. Woodward geht auch davon aus, dass es Entlassungen geben wird.

Mai 06 Mit Ende des Modelljahres 2006 soll der Geländegigant auslaufen. Insgesamt konnte Hummer rund 12.000 zivile H1 verkaufen, zuletzt zu einem Preis von 140.000 Dollar.

Weitergebaut wird dagegen der Humvee, der dem US-Militär als Einsatzfahrzeug dient.
Ab 2008 könnte der "Ultra AP" schrittweise die Humvees ablösen. Die Militärs fordern nicht nur besseren Schutz für die Insassen, auch ein deutlich geringerer Spritverbrauch steht auf ihrer Wunschliste. Zudem muss die Bordelektrik leistungsstark genug sein, um den Anforderungen von Computern und Navigationstechnik zu genügen.

Extrem robuste, schnelle und geländegängige Roboterjeeps sollen eines Tages jene besonders gefährlichen Aufgaben übernehmen, bei denen häufig Soldaten getötet werden. Prinzipiell könnte die Technik aber auch in der Bau- und Landwirtschaft genutzt werden, teilte die Carnegie Mellon University mit.
         
      Innenansicht des von GM
produzierten Hummer II.

 
     
 
 

Die Frontansicht des Hummer II

DaimlerChrysler war der Frontgrill
(Jailhousegrill) zu Jeep-typisch. 

DaimlerChrysler reichte deshalb
gegen General Motors eine Klage ein..

 

     

Der Hummer darf sein Jeepgesicht behalten

DaimlerChrysler hat alle Ansprüche gegen General Motors fallengelassen, den das Design des Hummer Grills gegenüber dem Jeep Grilldesign, nach Ansicht von DC, verletzte.

Am 19. Mai 03 kam es zu einem abschließenden Urteil im Fall DC gegen GM.

Die Debatte rotierte um die geteilte Geschichte von Hummer und von Jeep. Die ehemalige American Motors Corp. kaufte Jeep 1969 und formierte eine eigenständige militärische Trägerabteilung.
 

Die zu diesem Zweck neu formierte Abteilung erhielt den Namen: AM General.

Sie war auch noch - nach der Auflösung von AMC - als eigenständige Firma aktiv und entwickelte und baute den erfolgreichen Hummer. 

Von dieser Firma übernahm GM die Namensrechte etc. Chrysler hatte 1987 Jeep übernommen.

Das Gericht kam zum Schluss, dass beide Firmen, DC und GM, ein gewisses Recht an dem typischen Jeep-Hummer-Gesicht hätten.

 
       
      Der Hummer II dürfte für 
für viele eine Versuchung sein.
      Mit Unterfahrschutz ausgerüstet.
Version H2 Modell 2003
         
   

 

Diesem Spezialfahrzeug kann ein im üblichen Rahmen abgefasster Bericht niemals gerecht
werden.
Für alle die mehr über dieses 
Spezialfahrzeug wissen möchten, empfehle ich
das nebenstehende Buch.


weitere Infos


 

      Der folgende Artikel ist im deutschen Magazin Stern erschienen.
Quelle: STERN vom 20-3-97            Autor: Peter Thomsen
         
      Das Panzertier
 
Spätestens seit dem Golfkrieg kennt ihn hierzulande jeder aus der Tagesschau: den "Hummer", Nachfolger des legendären JEEP bei der US Army. Jetzt kann man eine zivile Ausführung auch in Deutschland kaufen.
 
Wo wollt ihr denn hin - nach Bosnien oder Tschetschenien? Solche Fragen muß man sich gefallen lassen, wenn man mit dem Hummer unterwegs ist. Er kann eben seine Herkunft nicht verleugnen: Frontscheiben wie Sehschlitze, die riesigen Walzenräder und das dunkle Grün, dem Nato-Oliv nicht unähnlich, wecken sofort militärische Assoziationen.

Der Hummer, eine Armeetypische Verballhornung der Abkürzung HMMWV (High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle), dient seit neun Jahren als Nachfolger des Jeep in der US-Armee, meist in Pick-up- oder Kombi-Ausführung, gern mit Maschinengewehr oder Leichtgeschütz auf dem Dach. 
Spätestens seit dem Golfkrieg ist er auch bei uns bekannt, prominentester Passagier war General Norman Schwarzkopf. Arnold Schwarzenegger hat einen Hummer in seiner Sammelgarage. Erst auf dringende Nachfrage der zivilen Macho-Welt legte der Militärfahrzeug-Hersteller AM General eine zivile Variante auf. Neuerdings ist der Hummer auch in Deutschland zu haben - ohne Leichtgeschütz versteht sich, dafür mit Klimaanlage, Radio und beleuchtetem Schminkspiegel. Allradantrieb ist selbstverständlich. 

Der Preis liegt beim augenblicklichen Dollarkurs um 175 000 Mark - nicht zuviel angesichts von Lebenserwartung und üppiger Ausstattung. Umbau auf deutsche Zulassungsvorschriften und Einzelzulassung als Lastwagen sind im Preis enthalten. Als ultimativer Geländewagen kann der Hummer durchaus eine Versuchung sein.
 
Er bringt die exorbitante Bodenfreiheit eines  Unimog mit, watet durch metertiefes Wasser und klettert senkrechte Stufen von 56 Zentimetern hinauf, Werte, die Kiesgruben-Eroberern und Expeditionsleitern das Wasser in die Augen treiben. Noch erstaunlicher: Das Militär-Ungeheuer ist kinderleicht zu fahren. Das zierliche Lederlenkrad bewegt die riesigen 37-Zoll-Räder dank kräftiger Servo-Unterstützung sogar im Stand. 

Der Achtzylinder-Diesel hat ordentlich Mumm. Und den Rest besorgt eine Automatik. Was man dem urigen Truck von außen nicht ansieht, sind seine High-Tech- Bestandteile: innenliegende Scheibenbremsen, Aluminiumkarosse und eine Reifendruck-Regelanlage, mit der man während der Fahrt den Druck erhöhen oder abbauen kann. Halbplatte Reifen sind ein Geheimtipp im Gelände sie vergrößern die Aufstandsfläche und versacken nicht gleich in weichem Grund. Ist das Hindernis überwunden bläst die motorgetriebene Luftpumpe die Reifen wieder auf - wahlweise vorn oder hinten, überwacht von einem Manometer.

Die Idee klauten die Amis bei der Roten Armee, die ihre gummibereiften Schützenpanzer schon in den sechziger Jahren mit Reifendruck-Regelanlagen ausrüstete, um schneller an den Rhein zu kommen. Das Aufpumpen während der Fahrt ist zugleich eine zeitsparende Methode, um Reifenpannen zu überwinden. Konsequenterweise besitzt der Hummer kein Reserverad. Mit einem Eigengewicht von 70 Kilo wäre es von Laien auch kaum zu montieren. Zwölf Fenster und sieben Abschlepphaken sind ebenfalls exklusive Ausstattungsdetails, die man bei Promenaden-Jeeps vergebens sucht. Zwei der daumendicken Ösen hat der Fahrer ständig vor Augen - oben auf der Motorhaube. Sie werden benutzt, wenn der Abschleppwagen von oben naht - in Form eines Transporthubschraubers.

Exklusiv ist auch die Reaktion der Zuschauer auf das eckige Gefährt. Kinder schütten sich aus vor Lachen über »das alte Militär-Auto«. Frauen wenden sich vor soviel plumper Häßlichkeit angewidert ab. Männer bleiben ruckartig stehen und starren dem Ungetüm ungläubig nach. Hummer-Eigner müssen sich auf regelmäßige Führungen durch ihr Fahrzeug gefaßt machen. 
Vernünftig ist ein Auto, mit einer Höhe von 1,9 Meter und einer Breite von 2,17 Meter das kaum in eine Garage paßt, zweifellos nicht. Es wiegt leer schon über drei Tonnen und ist mit weniger als 20 Liter Diesel auf 100 Kilometer kaum zufrieden zustellen.

Die Federung ist hart - trotz Einzelradaufhängung vorn und hinten. Den Innenraum müssen die Passagiere hautnah mit dem Antrieb teilen, weil die Generäle viel Bodenfreiheit und wenig Höhe forderten, empfehlenswerte Eigenschaften fürs Schlachtfeld, die einander eigentlich ausschließen. 
Die Konstrukteure erfüllten die unmögliche Forderung auf Kosten der Innenhöhe und verteilten die Mechanik in die Breite. Die Folge ist, daß es im Hummer so eng zugeht wie in einer Telefonzelle. Mehr als vier Erwachsene finden in dem fast fünf Meter langen Ungeheuer nicht Platz. 
Sie sitzen so weit auseinander, daß sie sich nur mit Mühe die Hand reichen können. Der meterbreite Platz zwischen den Sitzen gehört der komplizierten Kraftübertragung.
 
Wer kauft sich solch ein Macho-Gefährt? » Jäger rennen uns die Bude ein«, berichtet Jörg Hinz von der auf US-Autos spezialisierten Firma Büsching, die den Hummer importiert »Mit einem Mercedes G fährt heutzutage fast schon jeder in sein Jagdrevier. Wer unterm Hochsitz was richtig Exklusives stehen haben will, der steht bei uns auf der Matte.  
« PETER THOMSEN »

     
   

     
   

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